28. Februar 2015

Travel Edition #14 – Saigon Chic Café









Im letzten Vietnam-Beitrag stelle ich Euch das »Saigon Chic Café« in Ho Chi Minh City vor. Schöne Einrichtungsideen und originelle Interiors gehören nach wie vor zu meinen Lieblingsthemen. Und hier hat sich jemand besonders große Mühe gegeben und beim Konzept viel Wert auf  Details gelegt... 

Das Café liegt ziemlich versteckt, schräg gegenüber der Oper, in der lebendigen Dong Khoi Street. Dass wir überhaupt in den zweiten Stock des unscheinbaren Gebäudes gefunden haben, lag an dem benachbarten Concept Store und Restaurant »L'Usine«, wo wir zuerst Kaffee tranken und über das ich im Internet gelesen hatte. Ein super stylischer, aber recht teurer Laden. Beim Hinuntergehen fielen uns Schilder an der Wand des spärlich beleuchteten Treppenhauses auf. »Saigon Chic Café«, 2. Stock, linker Aufgang. Wie gut, dass wir uns die Mühe gemacht haben, nach oben zu gehen. Neben einer kleinen Boutique (»Devon London«) führte eine Tür mit einem Griff aus Wasserrohren (!) in das Café. Die Kaffeemaschine hinter dem Tresen surrte leise als wir eintraten. An den Wänden in Holz gerahmte alte Fenstergitter unterschiedlichster Muster und Größe, selbst entworfene Lampen aus alten Holzgriffen und Lampenschirmen aus Draht und Emaille, Vintage Schreibmaschinen, Elektrogeräte und andere Sammlerstücke auf Regalen und Tischen drapiert, schöne Holzstühle und Tische – alles mit viel Gespür und sicherem Stil arrangiert. In gemütlichen Sofaecken mit niedrigen Tischen saßen Gäste und ich konnte dort nicht fotografieren. Am langen Holztisch tranken wir Cappuccino und fanden es herrlich, so einen ruhigen und besonderen Ort mitten im trubeligen Saigon gefunden zu haben...

Saigon Chic Café, 151 Dông Khoi Street ,Ho Chi Minh City, Vietnam





Sammlerstücke

Alte Türen mit Gittern lehnen lässig an den Wänden


Türgriff aus Wasserrohren

Betondecke und weiß getünchte Backsteine
In Holz gerahmte Gitter als Kunst an der Wand (links)

26. Februar 2015

Travel Edition #13 – Das Mekongdelta


Seitenarm des Mekong – Bassac River bei Sonnenaufgang
In Hoi An beobachteten wir täglich den Wetterbericht Nordvietnams. Tiefsttemperaturen um 8 Grad und Regen wurden für das Hochland vorhergesagt. Nebel und Schauer in der Halongbucht. Deshalb änderten wir unsere Reispläne und flogen nach einem Besuch der  alten Cham-Tempelstadt »My Son« von Danang (30 km entfernt von Hoi An) zurück nach HCM City. Für den umgekehrten Weg brauchten wir drei Reisetage mit Bus & Bahn... 
Saigon, wie die Stadt HCM City inoffiziell immer noch genannt wird, gefiel uns beim zweiten Besuch viel besser. Wir entdeckten viele neue Ecken der Stadt, fanden kleine  Designerläden, versteckt in Hinterhöfen, stylische Cafés, deren Interior ich Euch noch zeigen werde und planten unsere Weiterreise Richtung Kambodscha. Wir wohnten in einem kleinen, gepflegten Hotel in einer der Backpackerstraßen (YEN'S Hotel), das ich gut für einen Aufenthalt in Saigon empfehlen kann. Ein schmales Haus, etwa fünf Meter breit und acht Stockwerke hoch. Die Bauweise ist typisch für Vietnam. 
Um nach Kambodscha zu gelangen, entschieden wir uns für den Bus, der uns über «Can Tho« ins Mekongdelta brachte, und das Speedboat, mit dem wir ab »Chau Doc« auf dem beeindruckend breiten Mekong bis Phnom Penh in Kambodscha fuhren. Eine abwechslungsreiche (von TNK Travel organisierte) Tour mit zwei Übernachtungen in spartanischen Unterkünften, aber sehr schönen Highlights. Unser Guide »JJ« sprach gut Englisch und führte uns an Orte, an die wir sonst wahrscheinlich nicht gekommen wären: Zum Floating Market von »Cai Rang« bei Sonnenaufgang, zu einer Bonbonmanufaktur, einer Fischfarm und einem Familienbetrieb, der Reisnudeln herstellt. Besonders eindrucksvoll war eine Bootsfahrt durch die Kanäle des »Tra Su Forrest«, eines stillen Schwemmlands, das über 70 verschiedene Vogelarten beherbergt. Leider hatte ich meine Kamera nicht mitgenommen – sie hätte ja ins Wasser fallen können... Wie schade.  
Dafür sind viele farbenfrohe Fotos im Mekongdelta entstanden, die ich Euch heute zeigen möchte. Gesichter und Impressionen Südvietnams.

Cai Rang Floating Market auf dem Bassac River











Gelbe Melonen
Ananas an Board
An Deck

Auch auf dem Schiff: Blumenschmuck & Orangenbäumchen – Happy (Chinese) New Year!
Fischfarmer
Die Fische werden direkt unter dem Haus herangezogen

Vietnamesische Äpfel



Bonbonmacherei in Ben Tre – Kokos-Karamel!

So werden Reisnudeln hergestellt:










23. Februar 2015

Travel Edition #12 – Objets Trouvés à Maison Auffier


Mutter, Vater und zwei erwachsene Söhne, Nathan & Hélio – Familie Auffier kommt ursprünglich aus Marseille. Seit 5 Jahren in Hoi An, eröffneten die Vier vor zwei Wochen ein Café & Restaurant am Rande der Old Town Hoi Ans. Als wir zum ersten Mal am »Maison Auffier« vorbei kamen und einen Kaffee bestellten, waren die Gastgeber noch gar nicht so richtig auf Gäste vorbereitet. Nathan feuerte den Bialetti Coffeemaker dennoch an und der europäische Kaffee schmeckte nach »Zuhause«. 
Wir haben uns ein bisschen in das kleine Stadthaus mit der steilen Treppe zur ersten Etage (mit den schönen Sofas und dem noch schöneren Ausblick auf den Fluss) verliebt. Schon von außen sieht es einladend und urgemütlich aus. Terrasse, Balkon, schöne Möbel und zwei große blaue Lampions an der Decke. Ein großer alter Holztisch steht in der Mitte des unteren Gastraums, an den Wänden hängen und stehen Regale und Schränkchen, die einst in einem vietnamesischen Dorfladen standen und ausrangiert und von den Aufpreis aufgearbeitet wurden. Es gibt eine Lampe, die aus einer ehemaligen Zink-Regenrinne und Industrielampen, die in Kombination mit vietnamesischen Körben zu originellen Unikaten »upgecycelt« wurden. Messer und Gabeln stehen in alten amerikanischen Lebensmitteldosen und auch der große Wassertank stammt aus Restbeständen der Amis zur Zeit des Vietnamkrieges. Bei Maison Auffier fallen die vielen bunten Körbe auf, die in Zusammenarbeit mit einem vietnamesischen Handwerksbetrieb am Mekong produziert werden und auch im Onlineshop der Mutter vertrieben werden. Alte Fenstergitter dienen als Displays. Vorratsdosen voller selbstgemachte Kekse und kleiner Kuchen, französische Spezialitäten und Getränke füllen die Regale rings um. Das Heimatland der Familie ist in jeder Ecke des Cafés zu sehen und zu fühlen. Maman Auffier bäckt und kocht nicht nur, sondern töpfert professionell. Teller, Schalen und kleine Accessoires gehören auch zum Konzept des Maison Auffier. 
Wir waren jeden Tag ein Mal bei den Franzosen. Mal zum Kaffee, aber meistens zum Sundowner. Französischen Weißwein in Vietnam zu trinken – ein Luxus. Die Tage  in  Hoi An verbrachten wir zusammen mit den Schweizern, die wir in Jungle Beach kennen lernten. Eine intensive, schöne Zeit voller Inspiration und guter Gespräche. Ein Abend wird uns allen in besonderer Erinnerung bleiben: Bei Familie Auffier gab es selbst gebackene Pizza, Salat und Wein. Pizza! Grüner Salat! Vin Rouge! Die ganze Familie rollte Teig aus, schob die Bleche in den Ofen und wuselte in der noch etwas improvisierten Küche herum. Seit Wochen hatten wir keine Pizza gegessen. Sie schmeckte ausgezeichnet und wir verabschiedeten uns satt und glücklich bis zum nächsten Abend...

Maison Auffier, Hoi An, Vietnam

Eine Webseite gibt es leider noch nicht. Nur der Webshop »Auffier« in Marseille ist bisher im Netz zu finden.

Nachtrag vom 07.01.2016: Danke an Sara, die in Hoi An war und mir mitteilte, dass Maison Auffier jetzt »Cabanon« heißt.

Gemütliche Sofas, alte Metallgitter und Möbel vom Bauern als Displays


Vietnamesischer Korb + Industrielampe = EthnoIndustry
Alte Zink-Regenrinne zur Leuchte umfunktioniert


Nathan kocht Kaffee

Ehemaliger US Army Wassertank für das Kaffee-Trinkwasser

Fundstück vom Land – Altes Schränkchen für die Zigaretten im eigenen Verpackungsdesign

EthnoIndustry...




Holzmesser in ehemaligen US Army Vorratsdosen

Maison Auffier


Auch schön.

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