29. Juni 2015

Das Montagsmöbel #44 – Andreas Berlin

Foto: Andreas Berlin



Im letzten Blog-Beitrag habe ich über eine rote Keramikvase aus den 1960er oder 70er Jahren geschrieben. Heute möchte ich Euch die aus (alten) Vasen zusammen gesetzten Tisch-Skulpturen des Designers Andreas Berlin vorstellen.
Ungefähr 500 gebrauchte Vasen jeglicher Form und Farbe stapeln sich auf Regalen im Atelier des Designers in Berlin Schöneberg. Andreas findet und kauft sie auf Flohmärkten und in Trödelläden, sortiert sie nach Material, Farbe und Form. Die Idee, eine Vase nicht als Produkt, sondern als Teil einer Skulptur zu verstehen, führte nach einigen Monaten des Experimentierens und Tüftelns zu einer ersten Kollektion von Tisch-Skulpturen unter dem Label »Andreas Berlin«. Kunst oder Design? Sicher ist, dass jeder Tisch ein Unikat ist. Dafür kombiniert der Designer je drei Vasen, die er aufeinander setzt. Zwischen die einzelnen Segmente kommen Unterlegscheiben aus Plexiglas. Tischplatte und -fuß werden zuletzt mit den übrigen Teilen verschraubt. Schön.
Die Fotos entstanden, als ich zu Gast beim »Salon Autonom« in den Atelierräumen von Andreas Berlin und Sabine Dehnel war. 

Andreas Berlin, Werner-Voß-Damm 62, 12101 Berlin, Tel: +49 (173) 65 15 320













27. Juni 2015

Rose im Fat Lava Keramik Look



Noch mal durch eine Wohnung gehen zu dürfen, bevor sie endgültig aufgelöst wird, ist für mich wie Weihnachten. Es gibt Geschenke, die man nicht aus- sondern einpacken darf. Es gibt Dinge, die niemand mehr haben möchte und die ein trauriges Ende auf dem Sperrmüll erwartet. Wie diese zugegebenermaßen etwas in die Jahre gekommene rote Keramikvase mit der lavaartigen Glasur aus den 1960er oder 70er Jahren (Fat Lava), die ich noch vor ein paar Jahren als »potthässlich« bezeichnet hätte. Vielleicht ist sie es sogar immer noch. Ich habe sie dennoch an mich genommen und zu Hause mit Rosen bestückt. Die Inszenierung macht es. Wie so oft. Wie schön kann ein Raum sein, der nur spärlich eingerichtet ist und in dem auf einem großen Tisch eine einzelne Vase mit Zweigen oder frischen Sommerblumen steht... 
Bei uns steht das Vintage Stück auf einem Beistelltisch mit Marmorplatte vor einer mit »Charleston Gray« (F&B) gestrichenen Wand. Geschmacksache, oder?

Im Webshop »La Mesa« von Sabine Wittig gibt es sehr ähnliche Vasen. Falls Ihr nach Unikaten dieser Art sucht...



25. Juni 2015

Frankfurt-Bummel #3 – Design House Stockholm

Produkte von »Design House Stockholm« findet man bei uns in Berlin zwar im KaDeWE, aber einen Concept Store, der sich voll und ganz dem skandinavischen Design verschreibt, sucht man hier vergeblich. 
Beim Bummel durch Frankfurt war ich mit meiner Schwester in der »Neustadt«, dem Szeneviertel und Fashion District der Stadt unterwegs. So nennt man neuerdings die  Gegend nördlich der bekannten Einkaufsstraße »Zeil«. Fakt ist, dass ich hier noch nicht war und auch das Trendquartier MA* in der Stephanstraße bisher nicht kannte. 
Das »Design House Stockholm« erstreckt sich über zwei Etagen des MA* und lässt die Herzen der Liebhaber skandinavischen Designs höher schlagen. Möbel, Leuchten, Wohnaccessoires, Textilien und eine feine Auswahl an Büchern füllen die Regale. Ich konnte nicht an einem mit Kupferglittern besetzten Lederarmband von Beck Söndergaard vorbei gehen. Es schmückt seit Freitag mein Handgelenk. Wären wir nicht mit der S-Bahn unterwegs gewesen, hätte ich mir am liebsten  auch einen Teppich gekauft. Die Wollteppiche »Björk« von Lena Bergström sind so zeitlos und fein...

»Design House Stockholm« – eine schwedische Erfolgsgeschichte, die bereits 1992 begann. Gründer Anders Färdig arbeitete damals mit Firmen wie dem MoMA Store zusammen, brachte unter dem Label 1997 erste eigene Produkte heraus und eröffnete im Jahr 2000 den ersten Store in Stockholm. Inzwischen werden über 1000 Artikel von über 100 Designern weltweit vertrieben. Ob bekannte oder weniger bekannte Designer – bei »Design House Stockholm« geht es um gute, ja die besten Produkte, um zeitlose Design-Klassiker, die alle eines gemeinsam haben: den skandinavischen Stil. Jedoch mehr unter philosophischen und ästhetischen als unter geographischen Gesichtspunkten. Ihr findet in den Läden auch Produkte deutscher, amerikanischer, australischer oder chilenischer Designer. Wenn Ihr mal in Frankfurt seid, dann schaut doch mal im Quartier MA* vorbei. Schön da.

Design House Stockholm, Stephanstr. 1, 60313 Frankfurt, Tel: +49 (69) 133 83 781
Geöffnet: Mo – Sa von 11.00 bis 19.00 Uhr

Work Lamps by Form Us With Love


Set of bowls by Claesson Koivisto Rune
Björk, wool rug collection by Lena Bergström


Becher by Arne Jacobsen, passende Holzdeckel mit Gummidichtung


24. Juni 2015

Frankfurt-Bummel #2: Tía Emma – Coffee & Design


Bei Tía Emma in der Alten Gasse in Frankfurt fühlt man sich wie ein Kind früher beim Bäcker – oder im Tante Emma Laden. Man erinnert sich an die Bestellungen von Süßigkeiten à 10 Cent (oder waren es Pfennige?): Bitte zwei davon, drei von den Lollis und noch eine Gummischlange... Oder so ähnlich. 
Diese Assoziation hatte jedenfalls ich beim Betreten des kleinen, bis unter die Decke gefüllten Ladens von Wiebke Kress-Ochmann und Rosaria Messina. Nur dass es sich bei Tía Emma um einen »Design-Tante Emma Laden« handelt. Besagte Süßigkeiten, Kaffee, Kuchen und kleine Speisen gibt es aber auch. 
Wir nahmen also Platz auf der Bank am Fenster und ließen die Seele baumeln. Das geht hier gut. Es duftete nach Cappuccino und wir bestaunten die mit Hingabe zusammengestellten schönen Dinge: Papierwaren, Schmuck, ausgewählte Magazine und Design-Zeitschriften, kuriose Wohnaccessoires und Geschenkartikel. Besonders gefreut habe ich mich über die »Story Tiles« der niederländischen Künstlerin Marga van Oers, über die ich hier schon im Blog berichtet habe. Die bemalten und collagierten Fliesen sahen »in echt« noch viel hübscher aus. Auch die Kakteen-Vasen, Keramiktiere, Wandteller, Strickpuppen und der Mops auf dem Tresen gefielen mir gut. Schaut selbst, Tía Emma – die Design-Fundgrube mit Herz...

Den Tipp, bei Tía Emma vorbei zu schauen, gab uns Alexander Sanner vom »Design House Stockholm«, das ganz um die Ecke liegt. Darüber mehr in meinem dritten und letzten Frankfurt-Blogpost, den ich in den nächsten Tagen online stellen werde.

Tía Emma, Alte Gasse 4, Nähe Konstablerwache, 63013 Frankfurt
Geöffnet: Mo – Fr von 11.00 bis 19.00 Uhr, Sa von 11.00 bis 17.00 Uhr












22. Juni 2015

Frankfurt-Bummel #1: Frohsein im Palais Thurn und Taxis


Es ist Sonntagmorgen und ich sitze, nach einem verlängerten Wochenende anlässlich einer Familienfeier in Frankfurt, im ICE auf dem Weg zurück nach Berlin. Schön war's in Hessen. Während eines Stadtbummels durch Frankfurt mit meiner Schwester habe ich sogar ein bisschen für Euch fotografiert...

Am Dienstag kommt die Queen nach Berlin. Wir haben sie bereits am Freitag gesehen. In einem Café in der Frankfurter Innenstadt. Wir wollten uns einen gemütlichen Nachmittag machen – irgendwo einen Kaffee trinken, bummeln und Neues entdecken. Von der S-Bahn Station »Hauptwache« schafften wir es gerade einmal 100 Meter, bis wir uns im »Frohsein«, im ehemaligen Palais Thurn und Taxis, in die gemütlichen Sessel fallen ließen und Cappuccino mit Zitronentarte bestellten. Wir hatten ja schließlich noch einiges vor an diesem verregneten Nachmittag. Wir konnten »froh sein«, dass wir dieses Plätzchen an den deckenhohen Fenstern  ergattern und dem Regen aus dieser Perspektive zuschauen konnten. Ein gelungener Start unseres Frankfurt-Bummels und für mich die erste Gelegenheit, meine Kamera zu zücken.
Viele schöne Motive, Sichtachsen und Details, die unbedingt fotografiert werden mussten. Das Interior-Konzept der Innenarchitektin Christiane Muschiol (»toomonkey«) unterteilt das Café/Restaurant in verschiedenen Bereiche mit unterschiedlichen Einrichtungsstilen. Im Eingang duftet es nach frisch gebackenem Brot aus der offen gestalteten Brasserie, nach rechts führt der Gang in den Tearoom nach altenglischem Vorbild mit Kristall-Lüster, holzgetäfelten Wänden und einer Kassettendecke. Den Weg dorthin weist die Queen höchstselbst von einem Bild an der hohen Betonwand herab. Ein grandioses Bild der britischen Königin. Warum sie wohl die Augen geschlossen hat? Den Tearoom konnte ich wegen einer dort feiernden Hochzeitsgesellschaft nicht fotografieren. Dafür aber das Restaurant im mediteranen Stil und die im nordischen Look eingerichtete Lounge mit Wohnzimmercharakter in der ersten Etage. Hier lässt es sich abends beim Cocktail garantiert schön feiern. Aus den großen Palais-Fenstern habt Ihr gute Sicht in den Innenhof, wo man bei Sonnenschein ebenfalls gemütlich sitzen kann. Wir genossen unseren Kaffee und freuten uns am vielseitigen Interiordesign: Warme Blautöne, schöne Stoffe und Leuchten, viel Beton und noch viel mehr Holz am Boden und an den Decken. Zudem eine Wand mit Dutzenden Terracottakrügan behängt, ein lackierter Baustellenzaun als Raumteiler und Holzpodeste mit gepolsterten Sitzbänken – sehr geschmackvoll das alles. Beim Verlassen des Cafés werfen wir noch einen letzten Blick auf die wundervolle alte Fassade des Palais Thurn und Taxis. Im Hintergrund erhebt sich ein Wolkenkratzer aus Glas und Stahl. So typisch Frankfurt...

Alle weiteren Infos zum Restaurant/Café, zum gastronomischen und gestalterischen Konzept und zur besonderen Lage im ehemaligen Palais findet Ihr auf der Webseite.

»Frohsein«, Thurn und Taxis Platz 1, Frankfurt am Main, Tel: +49 (69) 133 847 78

Mo – Do von 9.00 bis 23.30 Uhr (Küche bis 22.00 Uhr)
Fr – Sa von 9.00 bis 2.00 Uhr (Küche bis 23.00 Uhr)
So von 10.00 bis 23.30 Uhr (Küche bis 22.00 Uhr)








17. Juni 2015

SALON AUTONOM presents: Michael Volkmer

»RAL 1015«, Installation aus Radzierblenden,  Michael Volkmer
Letzten Freitag war ich zu Gast beim SALON AUTONOM im Atelier der Künstlerin Sabine Dehnel. Zusammen mit Anna Lehmann-Brauns lud sie in ihre Räume ein, um die skulpturalen Arbeiten des 1966 in Ludwigshafen geborenen und in Neuhausen lebenden Künstlers Michael Volkmer zu präsentieren.  Er war persönlich anwesend, um mit uns über seine Arbeiten zu sprechen. Ausgangspunkt seiner Installationen und Skulpturen sind alltägliche, banale und gebrauchte Gegenstände wie Radkappen, Glasflaschen oder ausgewählte Fundstücke, die einer (großartigen) künstlerischen Verwandlung unterzogen werden.  Wie zum Beispiel das an eine gotische Fensterrosette erinnernde Kunstwerk aus Radkappen, »RAL 1015«, das uns an der hohen Wand im Atelier-Flur ein herzliches Willkommen entgegen strahlte. Ein Korpus aus MDF, lackiert im RAL Farbton Hellelfenbein, in den 21 Radzierleisten und Leuchtmittel eingebracht wurden. 
Michael Volkmers Kunst machte sich ausgesprochen gut in den großzügigen Atelierräumen. Sabine Dehnel erzählte, sie hätte in einer Spontanaktion noch extra den Flur neu (und ganz in Weiß) gestrichen, um die Leuchtkästen, Bilder und anderen Kunstgegenstände perfekt inszenieren zu können. Es ist ihr gelungen. Die Salon-Gäste waren begeistert von Michael Volkmers Werken und den guten Gesprächen in diesem schönen Rahmen. Ich freue mich schon auf den nächsten SALON AUTONOM. Vielen Dank, Sabine und Anna für den tollen Abend.

Mehr über Michael Volkmer und seine Arbeiten findet Ihr auf seiner Webseite.

Hier habe ich vor längerer Zeit über Sabine Dehnel und ihr künstlerisches Tun geschrieben. Wer einen Blick in ihre außergewöhnliche Berliner Wohnung werfen möchte, kann das hier tun.

»RAL 1015«, Atelier Sabine Dehnel


»ACH«, Michael Volkmer


Michael Volkmer, Gast

»STILL«, Michael Volkmer

Sabine Dehnel, Gäste


Stilleben #1, Atelier Sabine Dehnel
Stilleben #2, Atelier Sabine Dehnel
Die Gastgeberinnen des SALON AUTONOM: Sabine Dehnel & Anna Lehmann-Brauns
Detail »RAL 1015«, Michael Volkmer

Auch schön.

Das Montagsmöbel #59 – Barrique Möbel

Foto: Magnus Mewes Heute möchte ich Euch Möbel aus alten Eichenfässern (Barrique) vorstellen.  Die Idee des Designers   Magnus Mewes ...

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